Über uns

Die Wiener pennale Burschenschaft Germania ist ein Bund mit einer jahrzehntelangen Geschichte, in dem sich seit 1907 Generationen von jungen Oberstufenschülern finden und dem sie auch später in Freundschaft und Treue verbunden bleiben.

Gemeinsames aktives Handeln und Erleben ist ein starkes Band. Ein Kontrast zum üblichen „passiven Konsumerlebnis“ unserer Zeit.

Vordergründig stellt die Burschenschaft nur Forderungen an einen jungen Aktiven. Von banalen Dingen wie die Bude in Schuss halten bis zur Aufgabe, als Charge den Betrieb und Veranstaltungen zu organisieren und zu leiten.

Grundsätze und Ziele

  • Die Burschenschaft „GERMANIA“ ist ein Freundschaftsbund fürs Leben.
  • Die ständige Pflege der Bundesbrüderlichkeit ist vornehmes Gebot jedes Germanen.
  • Die Burschenschaft Germania bekennt sich zur freien und unabhängigen Republik Österreich.
  • Die Burschenschaft Germania bekennt sich zur deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft.
  • Die Burschenschaft Germania unterstützt alle Bestrebungen für eine Vereinigung Europas auf der Grundlage einer Gemeinschaft selbständiger Staaten.
  • Die Burschenschaft Germania bekennt sich zum Selbstbestimmungsrecht der Völker.
  • Die Burschenschaft Germania macht sich die Erziehung ihrer Mitglieder im volksbewussten Sinne zu allgemein gebildeten, aufrechten und verantwortungsbewussten Menschen sowie ihre Förderung im Studium und Beruf zur Aufgabe.
  • Die Burschenschaft Germania ist parteipolitisch ungebunden und übt in dieser Hinsicht auf ihre Mitglieder keinen Zwang aus.
  • Die Burschenschaft Germania – getreu ihrer Einstellung zu Heimat und Volk – fordert von ihren Mitgliedern die Pflege der Wehrhaftigkeit und das Eintreten für eine umfassende und wirkungsvolle Landesverteidigung.
  • Die Burschenschaft Germania sieht im Privateigentum eine wertvolle Grundlage für jede leistungsbezogene Wirtschaft im Sinne eines sozialen Gemeinwesens.
  • Die Burschenschaft Germania als Form der lebenden Demokratie lehnt jede Spielart von Kollektivismus und Diktatur ab.
  • Die Burschenschaft Germania verlangt Hochschulreife; sie legt auf schulische Leistungen besonderen Wert, da diese Voraussetzungen sind, dem Einzelnen seinen Weg in der Bildungsgemeinschaft zu bahnen.
  • Die Burschenschaft Germania erwartet von ihren Mitgliedern, dass sie im Berufsleben und in der Öffentlichkeit die burschenschaftlichen Zielsetzungen bestmöglich vertreten.
  • Die Burschenschaft Germania legt Wert auf sportliche Betätigung zur körperlichen Ertüchtigung und Festigung der Willenskraft. Die Bestimmungsmensur verbindet sportliche Tätigkeit mit der Forderung nach geistiger und körperlicher Disziplin.
  • In Verfolgung dieser Grundsätze strebt die Burschenschaft Germania Mitarbeit im Rahmen von Interessengemeinschaften und Dachverbänden an.

Unsere Farben: Schwarz – Rot – Gold

Farben sind das älteste äußere Symbol studentischer Gemeinschaften und seit 1514 nachweisbar. Am 12. Juni 1815 wurde in Jena die Deutsche Burschenschaft gegründet. Sie hat sich die Farben Schwarz und Rot gegeben. Bei festlichen Anlässen wurden schwarzrote Schärpen, golddurchwirkt, getragen. Es hat sich bestätigt, dass die Farben Schwarz-Rot-Gold auf die Uniformfarben des Lützower Freikorps (schwarzer Waffenrock, roter Vorstoß, goldene Knöpfe) zurückgehen. 1816 finden wir Schwarz-Rot-Gold zum Dreiklang vereinigt und seit 1820 wird das schwarzrotgoldene Brustband getragen. Die auf Einheit und Freiheit des Vaterlandes gerichtete Arbeit der Burschenschaft hat die burschenschaftlichen Farben zu einem Einheits- und Freiheitssymbol, zur Fahne nationaler Hoffnungen gemacht.

Den krönenden Abschluss der wechselvollen Geschichte der burschenschaftlichen Farben finden wir in ihrer Anerkennung als „Reichsfarben“ durch das Frankfurter Parlament von 1848, als sich der König von Preußen, der Kaiser von Österreich und der deutsche Reichsverweser Erzherzog Johann von Österreich die Farben der Burschenschaft um die Brust schlangen.

Erst unter Bismarck wurde aus den Farben Preußens Schwarz-Weiß, und aus den Farben der Hansestädte Weiß-Rot das neue Symbol Deutschlands: „Schwarz-Weiß-Rot“.

1949 wurde das Symbol der Einheit und Freiheit, die Fahne der Burschenschaft „Schwarz-Rot-Gold“ unter Patronanz der Siegermächte zur Fahne des neuen Deutschland, zur Fahne Westdeutschlands.

Einer der zahlreichen Beweise geschichtlicher Unkenntnis der Siegermächte.

Zirkel

Der „Zirkel“ ist, wie bei fast allen studentischen Verbindungen, neben Kappe und Band das gebräuchlichste äußere Zeichen des Bundes.

Unser Zirkel zeigt die ineinander verschlungenen Anfangsbuchstaben unseres Wahlspruches

Ehre, Freiheit, Vaterland
und des Namens unserer Burschenschaft –
Germania„.

Wappen

Das Wappen besteht aus dem Schild und aus mehreren mit Sinnbildern geschmückten Waffenteilen (Wappen heißt Waffen). Die Beschreibung ist vom Schildträger und nicht vom Beschauer aus zu sehen.

Das Schild ist durch ein schwarzes, mit einem schmalen Silberrand eingefasstes (sogen. Malteser) Kreuz viergeteilt und zeigt in der Mitte das schwarze (Mützenfarbe) Herzschild mit dem goldenen Germanenzirkel. Das Kreuz wurde 1820 in das Wappen der Urburschenschaft aufgenommen und ist in allen Burschenschafterwappen zu finden.

Das obere rechte Feld zeigt auf schwarzem Grund „Leyer und Schwert“ nach Theodor Körners letzter Kriegsliedersammlung und versinnbildlicht „Sang und Wehrhaftigkeit“, im weiteren Sinne Bekenntnis zur deutschen Kultur. Das linke obere Feld zeigt auf rotem Grund die grüne deutsche Eiche und versinnbildlicht „Volk und Vaterland“, entnommen aus der Dichtung der Befreiungskriege. Das linke untere Feld zeigt auf goldenem Grund die gekreuzten Schläger, Sinnbild der Ehre und des konservativen Grundsatzes, mit den Anfangsbuchstaben unseres Waffenspruches „gladius ultor noster“. Das rechte untere Feld zeigt auf rotem Grund das Gründungsdatum unseres Bundes 27. VI. 1907 in einen grünen Kranz gefasst, Sinnbild des Lebensbundes und der Treue. Der dem Schild aufgesetzte Spangenhelm trägt einen schwarz-rot-goldenen Wulst, die Helmzier zeigt neun Silberpfeile, von unserem Burschenband kreuzweise zusammengehalten, Sinnbild der „Stärke durch Einheit“. Die Helmdecken sind schwarz und rot, gold gerändert und erinnern an die Urburschenschaft. Strenge heraldische Regeln dürfen, wie bei allen studentischen Wappen, nicht angelegt werden.

Bundeslied

Durch die Lüfte rauscht ein Mahnen einer Sturmesahnung gleich,
reicht die Hände euch Germanen in dem schönen Österreich.
Bildet eine heil'ge Gilde nicht allein aus Stahl und Erz,
wahrt die besten eurer Schilde deutsche Zunge, deutsches Herz.

Seht aus deutscher Erde quellen eurer Donau blaue Flut,
deutsche Tropfen ihre Wellen, deutsche Tropfen euer Blut.
Nicht nur in des Rheines Gauen sucht das deutsche Vaterland,
lebt's nicht in den grünen Auen, auch am alten Donaustrand?

Singt das Lied der Nibelungen, nicht von beiden im verein,
Sprecht mit kindlich frommen Zungen Mutter Donau, Vater Rhein.
Hebt die Stirn in edlem Stolze euren nord'schen Brüdern gleich,
ja, aus deutschem Eichenholze sind auch wir in Österreich.

Betend falten wir die Hände in demselben Heiligtum.
Ein's ist unser Ziel und Ende deutschen Volkes Ehr' und Ruhm.
Durch die Lüfte rauscht ein Mahnen, immer lauter dringt's herein:
Reicht die Hände euch Germanen an der Donau und am Rhein.

1886 - Wilhelmine Gräfin Wickenburg-Almàsy (1845-1890)